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Nachbericht EICMA 2010 Drucken E-Mail

aus bma 12/10 - Nachbericht EICMA 2010

von Berthold Reinken

BMW R 1200 RBesucher der diesjährigen Intermot in Köln wurden leider von einigen Herstellern enttäuscht, was die Vorstellung neuer Motorrad-Modelle betraf. Erst auf der Anfang November in Mailand stattfindenden EICMA wurden weitere Neuerscheinungen für 2011 präsentiert. BMW stellte eine Neuauflage der F 650 GS unter dem neuen Namen G 650 GS vor. Optisch hat die Einzylindermaschine auch nichts mehr mit der Vorgängerin zu tun. Asymmetrische Scheinwerferfront, halb digital anzeigendes Cockpit und völlig neu gestaltete Kunststoffteile zeichnen die mit dem 48 PS starken und in China gebauten Einzylindermotor angetriebene Maschine aus. Sie rollt jetzt auf 19 bzw. 17-Zoll Leichtmetallrädern und kann gegen Aufpreis mit ABS geliefert werden.

Der neue 1200er Boxermotor mit zwei Nockenwellen pro Zylinder findet sich ab 2011 auch in der R 1200 R. Eine Classic-Version ist mit Drahtspeichenrädern, symmetrischem Cockpit mit Analog-Instrumenten, vollverchromtem Schalldämpfer und weiteren Chromausstattungen erhältlich. Leider ist auch hier das ABS aufpreispflichtig.

Ducati will ab 2011 im Revier der Muscle-Bikes mitmischen. Die Diavel Carbon wird vom Motor der Multistrada angetrieben. Die Leistung wurde aber auf 162 PS erhöht. Das Drehmoment von 127,5 Nm liegt bei 8000 U/min an. Sechsganggetriebe, Anti-Hopping-Kupplung und Traktionskontrolle sind an Bord und wie bei der Multistrada sind drei Fahrmodi einstellbar. Auffällig ist der enorme Radstand von 1590 Millimetern und der 240er Hinterradreifen. ABS ist serienmäßig.



BMW G 650 GSNachdem Honda die Kölner Besucher extrem langweilte, zeigte der Hersteller in Mailand einiges mehr. 137 kg bringt die neue CBR 125R auf die Waage. Deutlich verbesserter Windschutz und ein auf 13 Liter erhöhter Tankinhalt erfreuen die 16jährigen Einsteiger. Der 13 PS starke Vierventil-Einzylindermotor wird von einer elektronischen Einspritzanlage beatmet und soll aufgrund eines verfeinerten Mappings zukünftig weniger Benzin verbrennen. Im Cockpit geht es nur noch volldigital zu.

Die Optik der neuen CBR 250R lehnt sich stark an die großen Supersport-Modelle des Hauses an. Der völlig neu konstruierte flüssigkeitsgekühlte DOHC-Vierventil-Einzylinder leistet 26 PS und soll mit den 13 Litern Tankinhalt mehr als 300 km Reichweite ermöglichen. Kaum zu glauben, aber wahr: serienmäßig ist Hondas Combined-ABS an Bord. Vollgetankt soll die mit einem 140er Hinterradreifen ausgestattete Maschine 166 kg wiegen.

Honda CBF 600Für ca. 8500 Euro wird es ab 2011 wieder eine CBR 600F (mit serienmäßigem ABS) geben. Im Cockpit sitzt nun ein Multifunktionsdisplay mit Benzinverbrauchsanzeige. Der 102 PS starke, aus der Hornet bekannte Motor treibt den neuen Softsportler an. Schon seit längerem verwischen sich in der Automobilindustrie die Klassifizierungen der verschiedenen Modelle (Beispiel Micro, Mini-, Maxi-Van usw.). Für jeden noch so minimal anderen Einsatzzweck muss ein anderes Auto her. Dann wieder kommt ein „Crossover”, mit dem man alles machen kann (außer rasieren). Dieses Kuddelmuddel nimmt Honda jetzt auch bei Motorrädern auf. Mit der neuen „Crossrunner” kann man alles das machen, was man mit den meisten anderen Motorrädern auch machen kann. So sehr unterscheiden sich die Einsatzzwecke der meisten Motorräder in unserem Land wohl nicht. Nun denn, der Motor kommt aus der VFR 800 und wird 102 PS leisten. Mit dem Tankinhalt von 21,5 Litern sollen Reichweiten von 350 Kilometern möglich sein. Ca. 240 kg bringt der Querschläger vollgetankt auf die Waage. An der Optik dürften sich auf jeden Fall die Geister scheiden.

Honda CrossrunnerAm interessantesten war sicher die von Honda vorgestellte „Studie” Crosstourer. Es gab wohl noch nie eine Motorrad-Studie, die so nah an der Serienreife war. Mit dem Motor und Kardanantrieb aus der VFR 1200 soll sie 2012 die Varadero ablösen. Nach Yamahas neuer Ténéré kommt damit die zweite japanische „Kampfansage” an BMW’s GS.

Auch Triumph möchte dem bayerischen Hersteller gerne ein paar Marktanteile abjagen. Eine zahme Tiger 800 und eine mehr geländetaugliche, die die Zusatzbezeichnung XC trägt, wird es im nächsten Jahr geben. Die Standard-Version hat Gussräder, vorne 19 und hinten 17 Zoll, während die XC auf Speichenrädern rollt und vorne mit einem 21 Zoll-Rad versehen ist. Weitere Unterschiede finden sich in der Abmessung und im Federweg der Upsidedown-Gabel. 95 PS liefert der 799 ccm-Motor bei einer Drehzahl von 9300. Das höchste Drehmoment von 79 Nm liegt schon bei 7850 U/min an. 210 bzw 215 kg (XC) sollen die neuen Tiger wiegen. Das abschaltbare ABS steht leider auf der Aufpreisliste. Über die Preise der vielen neuen schönen Kräder wurden noch keine Aussagen gemacht.

Ducati Diavel Ducati Diavel Carbon

Honda CBR 125 Honda CBR 125

Honda CBR 250 Honda CBR 250

Honda Crosstourer Honda Crosstourer

Triumph Tiger 800 Triumph Tiger 800

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