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aus bma 10/11
Text + Fotos: Jörg „Jogi“ van Senden
Zum zehnten Mal seit 1999 fand im Hamburger Stadtpark auf einem 1,7 km langen Rundkurs das traditionelle Rennen statt. Das erfreute zahlreiche Oldtimerfreunde und ausflugsfreudige Familien die bei strahlendem Sonnenschein und bis zu 27 Grad Celsius die historischen Fahrzeuge hautnah in den Fahrerlagern und an der abgesperrten Rennstrecke für 12 Euro Eintrittsgeld bewundern konnten.
Für die Bequemlichkeit und bessere Übersicht wurden einige kostenlos nutzbare Tribünen errichtet und Programmhefte an den Kassen ausgegeben. Auch Rennfahrerlegenden wie Rolf Steinhausen, Dieter Braun und Heiner Butz waren aktiv auf der Rennstrecke zu sehen. Egon Müller, der einzige deutsche Speedway–Weltmeister (1983), mehrfacher Europa Meister und 17-facher Deutscher Meister, kommentierte fachwissend direkt an der Rennstrecke das Geschehen und stellte die Fahrer und ihre Maschinen vor. Zugelassen waren Fahrzeuge bis Baujahr 1978 und automobile Youngtimer bis Baujahr 1984.
Insgesamt waren 350 Motorräder, Renngespanne, Automobile und Sportwagen am Start. Ausgeschlossen wurden Motorroller, die zwar auch historisch sein mögen, aber irgendwie nicht in die Rennatmosphäre passten. Aber auch andere besondere Fahrzeuge waren zu sehen, wie z.B. der „Original-Herbie“ mit der Startnummer 53, aus dem Film „Ein toller Käfer“. Um dem Alter der Fahrzeuge und der Sicherheit von Fahrern und Zuschauern Genüge zu tun, wurden die Rennen in Gleichmäßigkeitsläufen in verschiedenen Leistungs- und Baujahrklassen ausgetragen. Sieger des Rennens wird bei Gleichmäßigkeitsläufen, wer die kleinste Zeitdifferenz zur jeweils vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeit erzielt. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ereignete sich auf der engen und kurvenreichen Rennstrecke der eine oder andere Blechschaden, bei dem zum Glück jedoch niemand ernsthaft körperlich zu Schaden kam. Einzig der Zeitablauf der einzelnen Startblöcke geriet am Samstag dadurch ein wenig in Verzug. Zusätzlich gab es noch einige Demonstrationsläufe die keiner Wertung unterlagen.
Beinahe wäre das Stadtpark-Rennen, das schon zwischen 1934 und 1952 ausgetragen wurde und bereits damals die begeisterten Menschenmassen in den Stadtpark lockte, ins Wasser gefallen. Anwohner aus dem Hamburger Stadtteil Winterhude beschwerten sich über die Lärmbelästigung, so dass einige Politiker das Thema aufgriffen um es für sich zu nutzen und deshalb das Rennen gerne aus dem Stadtpark vertrieben hätten. Die GAL wollte die Veranstaltung nicht mehr genehmigen, da der Stadtpark ein Erholungsgebiet sei, so Fraktionschef Michael Werner-Boelz. Generell ist es in Hamburg inzwischen leider sehr schwer geworden eine Genehmigung für motorisierte Veranstaltungen zu bekommen, obwohl die hohe Anzahl der Besucher und das große Interesse an diesen Events ihre Daseinsberechtigung eindrucksvoll beweist und außerdem der Stadt Hamburg wirtschaftlichen Nutzen erbracht wird. Wir erinnern uns noch gut an das elende Tauziehen um die Genehmigung der letzten Hamburger Harley-Days. Die Politik möchte das Image der Stadt Hamburg als grüne Metropole aufpolieren.
Zum Glück ist es für das Stadtpark-Revival anders gekommen und die Oldtimer-Fans hatten ihre Freude daran. Auf dem innerhalb des Geländes liegenden Zubehör- und Teilemarkt konnten die Besucher in den Rennpausen Ersatzmaterial für ihre eigenen historischen Schätze finden. Auch für das leibliche Wohl war durch eine ausreichende Anzahl gastronomischer Stände gesorgt. Weitere interessante Informationen über das Hamburger Stadtpark-Revival, die Fahrer und ihre Fahrzeuge gibt es unter www.motorevival.de. Alles in allem war es eine gelungene und sehr sehenswerte Veranstaltung. Drücken wir die Daumen das sie auch im nächsten Jahr wieder stattfinden darf.
Das 11. Hamburger Stadtpark-Revival ist für den 1. und 2. September 2012 geplant.
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