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Hamburger Stadparkrennen 2004 Drucken E-Mail

aus bma 10/04

von Jens Möller

Motorradrennen
Triton Dresda
Klassische Rennwagen
Pünktlich zu seinem 70-jährigen Jubiläum erlebte das Hamburger Stadtparkrennen am 4. und 5. September eine Neuauflage. Nachdem 1952 ein schwerer Unfall die Ära der Rennen beendete, fanden diese ab 1999 wieder statt, wobei es sich erst um das dritte Stadtparkrennen nach Wiedereinführung handelte. Zwar wurde in den Anfangsjahren auf einem längerem Kurs um den Stadtpark gefahren, doch auch die Verkürzung des Kurses auf 1,7 km erlaubte es den gut 7000 Zuschauern die Rennatmosphäre hautnah mitzuerleben. Dies lag zum einen an der Streckensperrung aus Strohballen, die die Zuschauer sehr nah am Geschehen stehen ließ. Zum anderen sorgten die offenen Fahrerlager dafür, daß man sich auch mit den aktiven Fahrern über deren Fahrzeuge unterhalten konnte. So gab es allein im Fahrerlager der Motorräder mehr als 150 verschiedene Motorradtypen nebst ihren meist schon älteren Piloten zu bestaunen.
Dabei war das Gespann von Norbert Grondorf schon eher eine Ausnahme, da diese Klasse vorwiegend von BMWs bestimmt wurde. Doch dessen gut 70 PS leistender Kneeler, Baujahr 1968, mit einem Rahmen von Terry Windle und einem BSA-Motor konnte sich gut in Szene setzen. Immerhin beschleunigt das Gespann auf bis zu 200 km/h, die laut dem Eigner, der es nun schon 15 Jahre besitzt, auf der langen Geraden fast möglich waren.
Und nur ein wenig weiter lehnte ein Dresda Triton 500 Speed Twin, Baujahr 1962, auf seinem Ständer. Diese Kombination aus Triumph-Motor und Norton-Fahrwerk wurde von Dieter Wosnitza eingesetzt. Doch nicht nur ihm diente diese Maschine für schnelle Runden, denn schon David Deegens ging mit ihr auf Pokaljagd bei 24-Stundenrennen.
Dicht daneben konnte man die Aermacchi Harley-Davidson von Botho Knipp bewundern. Harley hatte Aermacchi in finanzschwachen Zeiten unterstützt, weshalb dieser Name auf dem kleinen 350er Einzylinder prangte. Und die 38 PS bei 7000 U/min ließen Maschine samt Fahrer auch hier mit gut 160 km/h auf die Spitzkehre des Kurses zuschießen.
Die Rennen selbst wurden in verschiedene Klassen eingeteilt, welche sich nach dem Baujahr der Fahrzeuge richteten. Deshalb konnte man auf der Strecke Brough Superior gegen Zündapp KS 600, Horex Regina gegen Maserati Tipo 125 und MV Agusta Sport gegen Münch RS 59 fahren sehen.
Manch ein Fahrer nutzte die Gelegenheit, den Kurs nicht nur während der ausgeschriebenen Gleichmäßigkeitsprüfung mit vorgegebener Geschwindigkeit zu umrunden und um einen der Pokale zu fahren, sondern trat auch außerhalb der Wertung in den Demonstrationsläufen an, in denen die Motorräder vorgeführt werden sollten. Jedoch ließen es sich die meisten Piloten nicht nehmen, ihre Maschine beherzt sportlich um die Strecke zu jagen, und wenn man die Köpfe der Schmiermaxe in den Beiwagen der Gespanne nur haarscharf an den Strohballen vorbeifliegen sah, dann hatte einen die Rennstimmung vollends gepackt.
Also, wer auch einmal Rennatmosphäre mit klassischen Fahrzeugen hautnah erleben möchte, der sollte sich vielleicht den Termin für nächstes Jahr, den 10. und 11. September 2005, vormerken. Denn die sehens- und hörenswerten Maschinen sollte man sich nicht entgehen lassen.

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