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aus bma 12/11 - Reisebericht Text: Mike Moors, Anchorage, Alaska
WANN & WO Im Hochland von Bolivien ist der April die Übergangszeit vom nassen Sommer zum trockenen sonningen Herbst und Winter. Das ist der ideale Zeitpunkt eine Motorradtour zu machen, denn die unteren Höhenlagen sind grün und üppig bewachsen, während die Passhöhen abgetrocknet sind und damit der Erzfeind des Kradlers – der Matsch – komplett verschwunden ist.
DER TOURVERANSTALTER Nach kurzer Suche im Web bin ich auf der Internetseite von Maarten Munnik’s Bolivia Motorcycle Adventures (BMA) hängengeblieben. Mein Motorrad-Kollege Mike und ich waren von der günstigen Preisgestaltung und der Flexibilität von Maartens Zeitplänen beeindruckt – und natürlich von seiner Qualifikation, hat er doch selbst auf dem Motorrad tausende von Meilen bei der Erkundung von 4 Kontinenten abgespult. Lest dazu mal sein faszinierendes Buch „100.000 Meilen Einsamkeit – Geschichten von der Straße“ und schaut euch die Bildergallerie auf seiner Website „Maarten’s World“ an. Wir waren nicht bereit, die volle 27-tägige „Discover Bolivia“-Tour zu machen und haben daher eine verkürzte Version von etwa 14 Tagen angefragt. Maarten zeigte seine kreative Seite und kam mit einem schnellen Gegenvorschlag: Er bot ein maßgeschneidertes 2-wöchiges Abenteuer durch das zentrale Hochgebirge und weiter zum südlichen Altiplano an. Genau das was wir eigentlich gesucht hatten. Schon am nächsten Tag kam per e-Mail ein detaillierter Tourenplan – und wir waren dabei. Ich konnte meine Begeisterung kaum im Zaum halten, die 5-monatige Winterpause von meinen eigenen Motorrädern durch die Wildwest-Atmosphäre in Bolivien zu unterbrechen. VORBEREITUNG Als nächstes kamen die Details an die Reihe: Motorrad-Auswahl, Anforderungen an die Ausrüstung und welche Personenangaben und Dokumente für das Abenteuer benötigt werden. Alles wurde von BMA umfassend vorgegeben. Maartens Online-Ausrüstungsliste, seine Anweisungen und die Rechtsbelehrung legten alles klar und deutlich dar. Letztlich nahmen wir nicht viel mehr mit, als unsere eigenen Motorradklamotten und Kameras, sowie Freizeitkleidung, die wir in verschiedenen Lagen anziehen konnten, um den Bedingungen auf verschiedenen Höhenlagen - von subtropisch bis zu Hochgebirgspässen - gerecht zu werden.
ABFAHRT BMA organisierte unseren Pick-Up vom Viru Viru International Airport, was nach einem stundenlangen Hintern betäubenden Flug ein besonders schätzenswerter Bestandteil ihres Services ist. Auf der Fahrt nach Samaipata, der Heimat-Basis des Unternehmens, gab einen ersten Vorgeschmack auf die saftigen Täler welche wir beim Anstieg, die zentralen Kordilleren hinauf ins Hochland erleben würden. Die Unterkunft der ersten und letzten Nacht befindet sich bei BMA-Touren im wundervollen Bergdorf El Pueblito, von wo aus man eine schöne Aussicht auf das Samaipata Tal hat. Das nette Dörfchen mit seinen geschmackvoll dekorierten Häuschen, einer Kirche, einem Restaurant und einem Schwimmbad ist der ideale Ort sich zu entspannen und einen Zugang zum kulturellen Dorfleben Boliviens zu finden. Tag 1 unserer Tour begann mit einer gründlichen Sicherheitsinstruktion durch Maarten, gefolgt von einer Einführung in den Umgang mit unseren jeweiligen Maschinen. Ich habe eine Suzuki DR 650 SE gewählt, etwas robustes zwischen Dualsport und Adventure-Riding. Der andere Mike hatte eine Kawasaki KLR 650, und Maarten eine Honda XR 650 R. Jeweils unterschiedlich in Motorisierung und Fahrverhalten und alle ohne Gepäcksysteme oder sonstigen „Abenteuer-Schnickschnack“, erwiesen sich die Maschinen auf der Tour als ideal für die Abfolge von verschiedenen Straßenoberflächen. Wir beendeten unseren ersten Tag mit einem kleinen Ritt hoch nach El Fuerte, einem historischen Kernstück der Inka-Kultur, von welchem gesagt wird, dass es die größte vom Menschen geschaffene Steinstruktur auf den Amerikanischen Kontinenten ist. Dieses UNESCO Weltkulturerbe war schon 2000 vor Christus bewohnt. Das Hauptmerkmal dieser Stätte ist eine komplexe Kombination aus in Stein gemeißelten Götzenbildern, Sitzbänken, Becken, Trögen und Nischen, die den Alterungsprozess bemerkenswert gut überstanden haben. Nach der Rückkehr zur Oase El Pueblito und einem Abendessen im Stadtzentrum von Samaipata, haben wir uns entspannt zurückgelehnt und über das bevorstehende Abenteuer nachgedacht. Es würde zu weit gehen, jeden der 14 Tage unseres „Bolivianischen Abenteuers„ zu beschreiben, aber lasst uns wenigstens einen kurzen Blick auf den perfekten Motorrad-Urlaub werfen: Wir fuhren am Morgen mit der Sonne im Rücken nach Westen, in Richtung des Ortes, wo Ernesto Che Guevara sprichwörtlich ins Gras gebissen hat. Nach der kurvenreichen Asphaltstrecke nach Vallegrande und einem großartigen Chinesisch-Bolivianischen Mittagessen, ließen wir den Asphalt hinter uns und fuhren auf gewundenen, sandigen und steinigen Schotterpisten fast 3.000 Meter in die Höhe. Eine schöne Aussicht nach der anderen breitete sich vor uns aus, während wir den Einzylinder-Sound unserer Motorräder genossen.
Auf sich windenden Schotterstraßen folgten wir für eine Weile dem Fluss und kamen dabei an gigantischen Kakteen, Baobab-Bäumen und gelegentlich auch indigenen Famlien, welche hier buchstäblich inmitten von Nirgendwo lebten, vorbei. Als wir einen kleinen aber ziemlich heftigen Fluss überquerten, musste Maarten wieder die Rolle des Retters übernehmen, da Mike sich Mitten in der Furt entschied den Motor abzuwürgen. Ohne mit der Wimper zu zucken watete Maarten durch das ziemlich kalte hüfthohe Wasser, und half Mike das Motorrad an eine höher gelegenere und - was wichtiger war - trockenere Stelle, zu schieben.
Der Eigentümer der kleinen Fabrik hatte anscheinend mehr Spaß daran, für uns zu spielen und zu singen, als sein Produkt herzustellen und zu verkaufen.
Benzin-Nachschub ist eine Herausforderung im Hinterland von Bolivien - so wie eigentlich überall in Südamerika. Wir tankten wann immer es möglich war, aber unser As im Ärmel war das BMA-Begleitfahrzeug, das uns wie ein Schatten folgte, und uns aufmerksam aus seiner aus Benzinkanistern bestehenden Lebensader versorgte. Durch die dauerhaften Anforderungen auf den Schotterpisten des Hinterlands, vibrieren Teile des Motorrads bis sie locker sind, oder – was noch schlimmer ist - sie fallen sogar ab und gehen verloren. Maarten und Erwin behielten die Maschinenteile gut im Auge, um diesen Prozess zu minimieren. Bei hohem Tempo auf der Straße, während Pausen entlang der Strecke und vor jeder morgendlichen Abfahrt wurden unsere Motorräder stets genau geprüft und in beruhigender Weise in Top-Zustand gehalten. ZUSAMMENFASSUNG Es gibt vielleicht andere Unternehmen in Bolivien, die Motorrad-Touren veranstalten, aber nach unserer sehr guten Erfahrung kann ich mir nicht vorstellen, dass diese hinsichtlich Flexibilität, Kundenservice, Erfahrung und Support mit BMA mithalten können. Mehr Bilder und Infos gibt's unter www.boliviamotorcycleadventures.com ---
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