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aus bma 10/11 - Ausprobiert... von Berthold Reinken
Im hier gezeigten Anzug Supervent Pro (Jacke) und Ace Pro (Hose) wird der auch von Rukka verwendete Gore-Lockout-Closure „Reißverschluss” nicht nur zum Schließen der Jacke verarbeitet, sondern auch für sechs Be- und Entlüftungsverschlüsse an der Jacke und zwei an den Hosenbeinen. Das liegt eigentlich nahe, denn diese Verschlüsse lassen kein Wasser durch. Außerdem gibt es in diesem Einsatzbereich kein Problem mit den Tücken des Lockouts. Wer sich für eine Jacke mit diesem Frontverschluss entscheidet (egal von welchem Hersteller), muss wissen, dass das Einfädeln immer sehr akribisch erfolgen muss, da sich die Jacke sonst während der Fahrt öffnen kann. Außerdem sollten die Gummi- dichtlippen regelmäßig mit dem beiliegenden Silikonstift eingerieben werden. Hält man sich daran, gibt es keine Probleme und auch hier kommt kein Wasser hindurch. Auf den rund 3000 Test-Kilometern kamen wir des öfteren in kräftige Regengüsse und blieben immer trocken. Leider wird der für 40 Euro als Zubehör lieferbare Sturmkragen nicht, wie bei anderen Jacken üblich, mit einem rundum laufenden Reißverschluss, sondern mit Druckknöpfen mit dem Jackenkragen verbunden. Das ist nicht optimal, denn beim Drehen des Kopfes während der Fahrt kann hier in extremen Wettersituationen doch mal Wasser eindringen. Außerdem ist das Anlegen dieses Kragens eine ziemliche Fummelei, die nur vor einem Spiegel richtig funktioniert. Kradler mit dünnem Hals sollten also bei der Anprobe darauf achten, dass der Hauptkragen der Jacke eng genug anliegt, damit auf den Sturmkragen möglichst verzichtet werden kann. Die Ausstattung des Anzuges ist ansonsten sehr gut. Das Goretex Pro Shell 3-Lagen-Laminat lässt in Verbindung mit der Cordura-Außenhaut und den extrem scheuerfesten Super- Fabric-Einsätzen an sturzgefährdeten Stellen keine Wünsche offen. Das Material saugt sich bei Regenfahrten nicht voll und trocknet sehr schnell wieder.
Elastisches Material im Unterarmbereich sorgt für optimale Bewegungsfreiheit und das Belüftungssystem gehört zum Besten, was wir an einer Motorradjacke bisher gefunden haben. Dabei ist es nicht nur der starke Kühleffekt, der Freude macht. Bei längeren Fahrten kommt es besonders in den Bergen durch Höhenunterschiede oft zu starken Temperaturschwankungen. Man muss zum Öffnen oder Schließen der Belüftungsöffnungen nicht anhalten. Die leichtgängigen Lockouts an den Beinen, im Brustbereich und unter den Armen lassen sich gefahrlos auch während der Fahrt auf- oder zumachen. Das ist auch nicht viel schwieriger als die Bedienung des Helmvisiers. Man muss ja nicht unbedingt nach Italien fahren, wo diesbezüglich der Blödsinn regiert.
Nicht den geringsten Anlass zur Kritik bietet die Hose. Sie ist unten weit genug, um auch dicke Stiefel darunter zu tragen, lässt sich aber mit hinten liegenden Reißverschlüssen und Klettriegeln eng an die Stiefel anlegen. Die Protektoren sitzen unauffällig und besonders die weit runter reichenden Knieschützer drücken selbst nach stundenlanger Fahrt nicht. Freude macht auch die tolle Beinbelüftung und wer beim Dummschwätzen gerne die Hände „bunkert", ist mit dieser Hose gut bedient. 885 Euros für die Jacke und 555 Euros für die Hose muss man beim Dealer lassen. Wünschenswert wäre bei diesem Preis eine kostenlose Mitlieferung des Sturmkragens und des Schrittgurtes. Weitere Infos und Händlernachweis erhält man unter www.stadler-bekleidung.de oder unter der Telefonnummer 08543/96200. ---
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