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News-Archiv E10: ARCD begrüßt Benzingipfel von Wirtschaftsminister Brüderle
E10: ARCD begrüßt Benzingipfel von Wirtschaftsminister Brüderle Drucken E-Mail
Freitag, den 04. März 2011 um 14:12 Uhr

Biosprit E10: ARCD begrüßt Benzingipfel von Wirtschaftsminister Brüderle

Bad Windsheim (ARCD) – Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle zieht jetzt die Notbremse:

Wegen der „völligen Verunsicherung“ durch den neuen Biosprit E10 will er „zeitnah“ die Automobil- und Mineralölwirtschaft zu einem Benzingipfel in sein Ministerium einladen. Ziel sei es, bei den Verbrauchern für „absolute Klarheit“ zu sorgen. Der ARCD begrüßt die Initiative des Ministers, die aber ein wenig spät kommt. Seit Längerem sei absehbar gewesen, dass die meisten Verbraucher den neuen Sprit ablehnen. Ihre Bedenken wegen der geringeren Effizienz der neuen Treibstoffsorte und wegen möglicher Risiken für den Motor konnten bisher nicht zerstreut werden. Nach einer Umfrage des Onlineportals www.auto.de unter 20 000 Auto- und Motorradfahrern lehnen 95 Prozent von ihnen das E10-Benzingemisch ab. Bislang hatte Superbenzin am Ottokraftstoffmarkt einen Anteil von 90 Prozent, den nach dem Willen der Politik künftig E10 einnehmen soll.

Als Reaktion auf den schleppenden Absatz verkündete die Mineralölwirtschaft jetzt, die Einführung von E10 an weiteren Tankstellen vorläufig zu stoppen. Bisher wurde der Biosprit nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes bei knapp der Hälfte der bundesweit 15 000 Tankstellen eingeführt. Dort quellen die E10-Tanks über, während ausreichend Kapazität für den von den Verbrauchern bevorzugten Superkraftstoff mit 5 Prozent Ethanolanteil inzwischen fehlt.

Verbraucherschützer und der ARCD begrüßen die Drosselung des E10-Angebotes, solange die Bedenken der Verbraucher nicht ausgeräumt sind. Das Desaster zeige, dass man Umweltpolitik nicht von oben verordnen darf, sagte Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen gegenüber „Spiegel Online“.

Der ARCD fordert Politik und Mineralölwirtschaft auf, die Erpressung der Verbraucher mit um drei bis fünf Cent erhöhten Preisen für herkömmliche Spritsorten zu unterlassen, um den Absatz von E10 zu forcieren. Der Club baut darauf, dass die derzeit durchgeführte Analyse der Preisbildung an den Tankstellen durch das Kartellamt mutmaßliche Absprachen der Mineralölkonzerne aufzudecken hilft. Seit Langem müssten sich die Verbraucher darüber ärgern, dass regelmäßig vor Feiertagen und Ferien die Spritpreise kräftig steigen. Dies führe zu wachsendem Misstrauen gegenüber den Treibstoffkonzernen, das jetzt beim Verbraucherboykott von E10-Sprit eine Rolle spiele.

Quelle: ARCD-Presseinfo

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