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| Zündapp KK 200 Bj. 1933 |
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aus bma 5/11 - Oldtimer von Konstantin Winkler
Zehn Jahre lang stand sie unberührt in einer leider bisweilen etwas feuchten Garage, wie die gut abgehangene TÜV-Plakette bewies. Und war dabei sogar noch angemeldet! Mein alter Motorradkumpel Ulf hat sich das Motorrad im Jahre 1962 als 18jähriger für 60 Deutsche Mark gekauft und ist über drei Jahrzehnte pannenfrei kreuz und quer durch Europa gefahren. Sommer wie Winter. Zündapp - das steht für „Zünder- und Apparatebau GmbH”. 1921 entstanden die ersten Motorräder mit Zweitaktmotor. Anfang der 30er Jahre sorgte ein neuer Werkstoff für Aufsehen in der Motorradwelt: Pressstahl. Die neuartigen Rahmen aus U-Profil ließen sich billiger und auch schneller herstellen. Und sie neigten nicht so leicht zum Brechen wie die alten, mit Muffen verlöteten Rohrrahmen. BMW, Wanderer und DKW setzten auf die neuen Rahmen - und natürlich auch Zündapp. 1933 wurden in Berlin auf der Motorradausstellung die neuen Modelle vorgestellt: 200er und 350er Einzylinder-Zweitakter, 500er OHV- sowie 600er SV-Boxer und das Topmodell mit seitengesteuertem 4-Zylinder-Boxermotor.
Wer geschickt ist, entlockt dem kleinen Motor auf den ersten Kick ein sonores Blubbern, das nicht mal entfernt an den kreischenden Sägesound modernerer Zweitakter erinnert. Besonders bei noch kaltem Motor weigert sich der sogenannte „Auto-Kugelgelenk-Schalthebel” beharrlich, den vorgesehenen Platz einzunehmen. Meist genügt jedoch ein kurzer Gasstoß, und schon flutscht der Hebel in seine Position. So einfach ist das. Wie das ganze Motorrad.
Einen ganz natürlichen Rhythmus finden Fahrer und Maschine fast von selbst. Bei lockeren 2.000 Umdrehungen bullert es bis in die Lenkerenden. Vibrationen wäre vielleicht das falsche Wort, eher Herzschläge, die sich auf den Fahrer übertragen. 7 PS leistet der kleine Langhuber (60 mm Bohrung und 70 mm Hub). Die Höchstdrehzahl beträgt 4.400 Upm. Die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ist dann (theoretisch) erreicht.
Ein Griff an den Handbremshebel genügt, um das Thema Abenteuer neu zu definieren. Vorausschauende Fahrweise heißt das Motto, mit dem man sich Kurven und Ampeln nähern sollte. Sinnvoll ist es, sich den Bremsweg vor Augen zu halten. Am besten den von Lokomotiven. Obwohl vorn eine Halbnabenbremse ihren Dienst versieht, mag man oft an der Existenz selbiger zweifeln. Ihr Quietschen ist lauter als das, was sonst noch passiert. Um zu etwas Ähnlichem wie einem Verzögerungswert zu gelangen, muss man schon ordentlich am Hebel ziehen. Die hintere Halbnabenbremse ist auch nur geringfügig besser. Probleme mit der Zündapp gab und gibt es selten, wenn die Wartungsvorschriften eingehalten werden. Es kann höchstens mal vorkommen, dass der Vergaser seinen Saft nicht mehr halten kann und überläuft. Dann ergießt sich der Sprit erst über das Motorgehäuse und dann über den linken Krümmer, was für ein eindrucksvolles Freudenfeuer ausreicht. Wenn man nach einer Tour mit der KK 200 durchgeschüttelt vom Sattel steigt, sich ölige Finger und Stiefel geholt hat, ist man stolz und glücklich über jeden gefahrenen Kilometer. Motorradfahren ist mal wieder zu einem Erlebnis geworden, auch mit nur 200 ccm und 7 PS. ---
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