| Moto Guzzi V7 Modelle 2012 |
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aus bma 7/12
Jetzt haben sich die Ingenieure den Small Block vorgeknöpft und so 70 Prozent aller Komponenten - also über 200 Teile - neu konstruiert und überarbeitet. Diese Konstruktion aus den siebziger Jahren zeichnet sich gegenüber den großen Modellen durch ein horizontal teilbares Motorgehäuse und Zylinderköpfe nach dem Heron-Prinzip aus. Hier befinden sich die Brennräume in den Kolben, die Zylinderköpfe sind völlig plan. Die zwei Ventile pro Seite stehen parallel zueinander in Verlängerung der Zylinderlaufbahn. Und genau hier setzen die wichtigsten Modifikationen der neuen Generation an. Das Heron-Prinzip wurde zwar beibehalten, aber auf der Suche nach mehr Leistung und Drehmoment schufen die Entwickler neue Kolben mit anders geformten Brennräumen, veränderten die Quetschkanten für eine bessere Verwirbelung des Gemischs und erhöhten die Verdichtung von 9,2:1 auf 10,2:1. Komplett neue Zylinderköpfe mit größerer Verrippung sorgen für bessere Kühlung und ein freieres Durchatmen des Motors, denn die Einlass- und Auslasskanäle erhielten eine strömungsgünstigere Gestaltung. Eine kleinere Zündkerze als bisher konnte zentraler im Kopf positioniert werden, was die Entflammung und Verbrennung des Gemischs optimiert. Darüber hinausgehend wurde die komplette Ansaugseite völlig neu gestaltet. Eine zentrale Drosselklappe mit integriertem Motormanagement versorgt nun über einen langen, ypsilonförmigen Ansaugstutzen die Brennräume mit dem zündfähigen Gemisch. Diese Anordnung soll das Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen anheben. Zu den Neuerungen gehören zwei Lambdasonden, für jeden Zylinder eine, welche nun die Motorelektronik mit Informationen versorgen. Damit will Moto Guzzi unter anderem einen geringeren Verbrauch sowie eine bessere Gasannahme erreichen. Die Schadstoffwerte sollen dank der diversen Änderungen und der effektiveren Verbrennung jetzt um zwölf Prozent geringer als bisher ausfallen. Damit dürfte der alte V2 gut gerüstet sein für künftige Emissionsvorschriften. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben war vielleicht auch der Hauptgrund für die Renovierung des bewährten Motors. {dybanners}13,,,{/dybanners}
Andersrum ist die V7 ein absolut stressfreies Motorrad, genau das Richtige, um das Hobby auf zwei Rädern entspannt zu genießen. Die kleine Guzzi bietet unkomplizierten Fahrspaß, beherrschbare Leistung und kein unberechenbares Verhalten. Die Kraftübertragung erfolgt über Trockenkupplung und Fünfganggetriebe. Dieses erhielt einen neuen Schaltautomaten und lässt sich nun butterweich betätigen. Der Endantrieb verfügt über keine Momentabstützung, so wie sie mittlerweile bei fast allen großen Guzzi-Modellen zu finden ist. Dementsprechend macht sich der Kardan mit Lastwechselreaktionen beim Schalten bemerkbar. Das Fahrwerk entspricht im Wesentlichen noch dem Urmodell der kleinen Baureihe. Das Rückgrat bildet ein Stahlrohrrahmen mit abschraubbaren Unterzügen für die leichtere Motordemontage. Die Vorderradführung übernimmt eine konventionelle Telegabel mit einem Standrohrdurchmesser von 40 Millimetern. Das Hinterrad wird von einer konventionellen, leichten Zweiarmschwinge aus Aluminium gehalten. Diese ist nicht im Rahmen sondern direkt im Getriebegehäuse gelagert. Das war 1977 eine sehr fortschrittliche Konstruktion, als fast alle Motorräder noch Stahlschwingen hatten.
Die Bremse selbst ist nicht schlecht und liefert ordentliche Verzögerungswerte. Dafür muss man aber kräftig zupacken. Anfänger und Wiedereinsteiger werden von dem Frontstopper nicht überfordert sein, und die Hinterradbremse liefert gute Unterstützungsarbeit. Ein ABS ist nicht lieferbar, bei dieser Auslegung der Bremsanlage aber auch nicht unbedingt erforderlich. Eine neue Abstimmung erhielten die Federelemente. Diese sollen auch beim Betrieb mit zwei Personen und Gepäck ihre Aufgabe gut erfüllen können, so war die Vorgabe vom Werk. Ich persönlich fand die Stoßdämpfer hinten im Solobetrieb etwas zu straff. Nachdem das Vorgängermodell einen Kunststofftank hatte, erhält der 2012er-Jahrgang ein Benzingefäß aus Stahl, dessen Volumen um fünf Liter auf nun 22 Liter anstieg. Damit sollen jetzt Reichweiten von fast 500 Kilometer möglich sein. Alle drei Motorräder, die ich gefahren bin, hatten eine unterschiedliche Gasannahme. Vielleicht lag es daran, dass es sich noch um Vorserienmodelle handelte. Mit einer exakten Einstellung der Gasbowdenzüge sollte das jedoch regelbar sein.
2008 stellte Moto Guzzi die V7 Classic vor. Die 750er fand schnell Anklang unter den Motorradfahrern und erzielte auf Anhieb gute Verkaufszahlen. Also wurden auf Basis dieser Maschine weitere Modelle kreiert. Die V7-Baureihe für die kommende Saison umfaßt die Modelle V7 Stone, V7 Special und V7 Racer. Die Stone ist sozusagen das Einsteigermodell für 7.990 Euro. Als einzige der drei V7 verfügt sie über Gussräder, die aber sehr leicht sein sollen. Als Lackierungen stehen Weiß oder Mattschwarz zur Auswahl. Die V7 Special ist leicht erkennbar an der Zweitonlackierung in Weiß/Rot oder Gelb/Schwarz. Außerdem rollt das Modell auf klassischen Drahtspeichenrädern mit polierten Alufelgen. Der Aufpreis gegenüber der Stone beträgt moderate 500 Euro, technisch sind die beiden Modelle identisch. Den sportlicher orientierten Fahrer, der den Reiz des besonderen liebt, soll die V7 Racer ansprechen. Anstelle des halbhohen Lenkers sorgen flache Stummel und zurückverlegte Fußrasten für eine sportliche aber nicht extreme Sitzposition. Die minimale Cockpitverkleidung dient wohl mehr der Optik, als dass sie nennenswerten Windschutz bieten kann. Solositzbank und Bitubo-Stoßdämpfer mit Ausgleichsbehältern unterstreichen die Sportlichkeit. Dazu überzeugt die Optik im Stil klassischer Café Racer mit verchromtem Tank und gebürstetem Aluminium. Der rot lackierte Rahmen erinnert an die erste V7 Sport, die von den Fans Telaio Rosso genannt wird. Für die Maschine muss das Bankkonto um 9.690 Euro erleichtert werden. Die V7 Racer wurde ursprünglich als Sondermodell vorgestellt, und bei Moto Guzzi hatten die Verantwortlichen gedacht, dass man vielleicht für ein paar hundert Exemplare dieses Modells Käufer finden würde. Doch die Maschine verkauft sich viel besser als erwartet. Mittlerweile wurden knapp 1.500 Racer mit dem verchromten Tank produziert. Dazu kommen noch einmal um die 700 Stück mit schwarzem Tank für den amerikanischen Markt. Für die V7-Baureihe bietet Moto Guzzi ein umfangreiches Zubehörprogramm an. --- {dybanners}14,,,{/dybanners} {dybanners}15,,,{/dybanners}
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