| TripTeq Fox BMW R 1150 R Gespann |
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aus bma 8/12
So übergab mir Anfang Juli der TripTeq -Vertragshändler Manfred Dettmers aus Edewecht bei Oldenburg (www.joy-tek.de, Telefon 04405/4505) für mehrere Tage ein BMW R 1150 R Gespann mit dem Beiwagen „Fox”. Tolle Sache! Nicht nur, dass ich sowieso an fast allen Fahrzeugen, bei denen die Nase im Wind hängt, meinen Spaß habe - Gespannfahren bietet aufgrund der ungewöhnlichen Fahrdynamik noch mal einen Extra-Reiz dem manch einer völlig erliegt.
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Und wie fährt sich so ein Low-Cost-Gespann? Ich muss sagen, ich war ein wenig skeptisch. Zwar macht alles einen soliden, sauber verarbeiteten Eindruck, leistungsstarke Gespanne kommen sonst aber meist mit aufwendiger Vorderradschwinge, rundum Autobereifung, Beiwagen mit Vierpunktbefestigung oder gar komplett eigenem Rahmen. Und die BMW R 1150 R hat immerhin 84 PS und ein fettes Drehmoment - trotzdem belässt es TripTeq beim serienmäßigen Telelever mit dem originalen Motorrad-Pneu als Vorderradführung. Hinten rotierte beim Testgespann eine Smartfelge mit einem 155er Autoreifen, bei den BMW R 850/1100 Modellen kann man das Serienrad beibehalten. Vorteil der ganzen Sache: TripTeq-Gespanne lassen sich für den wahlweisen Betrieb einsetzen - und das ganz legal! Nur rund 15 Minuten dauert der Umbau Gespann/Solo und auch das Hinterrad ist dank Einarmschwinge bei Bedarf schnell gewechselt. Laut Manfred nutzen allerdings die meisten seiner Kunden diese Option nicht und stellen dem Gespann eher eine Solomaschine zur Seite. Auch gut - früher fehlte vielen dafür die Kohle, Autos waren nicht bezahlbar und für den Familienausflug klöppelte Papa dann den Beiwagen ans Bike (das damals noch Motorrad hieß).
Auf dem TripTeq-Gespann fühlte ich mich schon nach wenigen Kilometern trotz anfänglicher Zweifel sauwohl. Das Gespann lässt sich ausgesprochen einfach und gutmütig fahren. Manfred hat mir glücklicherweise ein paar Gewichte in den Beiwagen-Kofferraum gelegt, denn das unbesetzte Boot kommt recht schnell hoch. Es hätten ruhig noch 30 kg mehr sein dürfen, denn alsbald gewöhnt man sich eine flotte Gangart an. Der Trick, das steigende Boot in Rechtskurven mit einem beherzten Gasstoß niederzuringen, funktioniert dank Boxer-Power sehr gut. Das Gespann hält sauber die Spur und lässt sich auch bei 110 km/h locker mit einer Hand am Lenker führen. Beeindruckend stabil bleibt es bei einer Vollbremsung aus dieser Geschwindigkeit. An der BMW arbeitet die serienmäßige ABS-geregelte Kombibremsanlage, der Beiwagen kommt ohne ABS aus. In Linkskurven verspürte ich keine Kippneigung, obwohl ich recht flott unterwegs war. Beim Linksabbiegen sollte man das Gas allerdings nicht zu abrupt aufreißen, denn das Vorderrad verliert dann durch die Entlastung leicht den Gripp und schiebt Richtung Kantstein - Quadfahrer kennen das Phänomen sicherlich. Zum bösen Ballern ist das TripTeq-Gespann aber ja auch nicht gemacht, da gibt es geeignetere Kurvenräuber.
Das TripTeq-Gespann lädt zum Cruisen ein. Der bewährte Boxer zieht ab rund 60 km/h im letzten Gang angenehm ruckfrei durch. Der Sitzplatz im Boot ist trotz verhältnismäßig dünnem Sitzpolster erstaunlich bequem. Die gezogene Langschwinge des Beiwagenchassis federt auch auf schlechten Straßen komfortabel. Etwas Übung braucht man beim Ein- und Aussteigen, denn man sitzt wirklich tief. O-Ton des 11-jährigen Luca „Das ist ja eine völlig neue Perspektive” - recht hat er! Und Spaß hatte er natürlich auch am Gespannfahren. Überhaupt schafft so ein Gespann schnell neue Kontakte, nicht nur zur Nachwuchsförderung. Während sich selbst beim geilsten Fighter-Umbau kaum noch jemand umdreht, bekommt man als Gespannfahrer Kopfnicken und emporgereckte Daumen - schon erstaunlich! Überschaubar blieb der Spritverbrauch, den ich vorwiegend bei Landstraßenfahrt ermittelte: 6,45 Liter, 6,35 und 5,94 Liter ergaben die drei Tankfüllungen. Da kann man angesichts des Fahrspaßes mit leben. Den Vollgastest auf der Autobahn habe ich bei 150 km/h, böigem Seitenwind und unbesetztem Boot aber abgebrochen - das wurde mir doch zu unheimlich. Nach oben war aber noch spürbar Luft. Als Dauer-Reisegeschwindigkeit sind 120 km/h für Fahrer und Passagier deutlich angenehmer. Man darf die Maschine übrigens auch zu dritt nutzen, denn der Soziusplatz ist voll tauglich. Wer, z.B. als Familie, den Platz dauerhaft nutzen möchte, sollte aber in ein verstärktes Federbein investieren.
Und wie fällt der Vergleich mit der antiquierten Enfield aus? Naja, wie zu erwarten kann die TripTeq-BMW wirklich alles besser. Nur der Sound, das Langhubfeeling und die noch leuchtenderen Augen der Passanten sprechen für den Oldie. Am besten wäre es, beide im Stall zu haben - solche Luxusprobleme gab es früher auch nicht... --- {dybanners}14,,,{/dybanners} {dybanners}15,,,{/dybanners}
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